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Otto von Bismarck

Otto von Bismarck ist adeliger Abstammung. 1815 wird er auf Schloss Schönhausen im heutigen Sachsen-Anhalt geboren. Bereits mit sechs Jahren schickt ihn seine Mutter nach Berlin. Dort besucht Bismarck die Schule, macht das Abitur, studiert Jura und arbeitet anschließend in der Verwaltung. 1845 entscheidet er sich für die Politik. Hier blüht Bismarck richtig auf. Als Redner ist er wortgewandt und königstreu. Er steigt rasch auf und wird 1862 preußischer Ministerpräsident.

Bei Bismarcks Amtsantritt, steckt das Land in einer tiefen innenpolitischen Krise. Kaiser Wilhelm I. überlegt sogar abzudanken. Bismarck verlagert den Fokus auf die Außenpolitik. 1864 kämpft Preußen an der Seite Österreichs gegen Dänemark. 1866 richtet Bismarck seine Armee dann erfolgreich gegen die zuvor verbündeten Österreicher. So entsteht der Norddeutsche Bund. Bayern, Baden, Württemberg und Hessen-Darmstadt bleiben vorerst unabhängig, gehen aber ein Verteidigungsbündnis mit Preußen ein. Sollte Preußen angegriffen werden, müssen die Bündnispartner zu Hilfe eilen. Das nutzt Bismarck aus. Durch eine Provokation, die sogenannter Emser Depesche, bringt Bismarck Frankreich dazu, Preußen den Krieg zu erklären. Den „Deutsch-Französischen-Krieg“ gewinnen die deutschen Bündnispartner. Im Spiegelsaal in Versailles wird 1871 das geeinte Deutsche Kaiserreich ausgerufen.

Zeichnung von Otto von Bismarck in Uniform

Mit der Politik im eigenen Land hat der sogenannte „eiserne Kanzler“ dagegen größere Probleme. Das 19. Jahrhundert ist das Zeitalter der Industrialisierung. Fabriken sprießen aus dem Boden, die Menschen strömen in die Städte. Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse sind katastrophal. Bismarck bringt viele Reformen auf den Weg: Eine Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung soll die Existenz von Millionen Deutschen gewährleisten. Soweit so gut, aber weitere Versuche der Arbeiterschaft ihre sozialpolitischen Foderungen durchzusetzen, wehrt Bismarck rigoros ab. Mit den „Sozialistengesetzen“ verbietet er 1878 sogar die Sozialistische Arbeiterpartei.

Für seine Fans ist Otto von Bismarck der Held der Deutschland geeint hat, Kritiker sehen in ihm einen Kriegstreiber und Unterdrücker der Arbeiterbewegung. Bis 1890 regiert Bismarck im deutschen Kaiserreich. Dann beendet Kaiser Wilhelm II. die politische Karriere des Kanzlers, der ihm inzwischen zu mächtig ist. Bismarck muss abtreten. Die Bevölkerung aber verehrt den „Reichsgründer“. In ganz Deutschland werden Denkmäler errichtet, insgesamt über 500 Stück! Am 30. Juli 1898 stirbt Bismarck. Sein Tod dominiert die Nachrichten weltweit.

Partybiest!

Von der „preußischen Tugend“ fehlt in Bismarcks Jugendzeit jede Spur. Als Student ist er bekannt für seinen Drang zum Feiern, er hat viele Affären und nimmt an 28 Fechtkämpfen teil. Im Februar 1833 bekommt er wegen einem Pistolenduell sogar eine kurze Gefängnisstrafe. Auch das Referendariat verfolgt Bismarck nur halbherzig. Ohne Urlaubsgenehmigung reist er mit seiner Liebe monatelang durch Deutschland und verliert dadurch seinen ersten Job.
Zeichnung des jungen Otto von Bismarck