Marie Sophie Amalie (1841-1925) wird als bayerische Prinzessin am 4. Oktober 1841 in Possenhofen geboren. Sie ist die Schwester von Kaiserin Sisi. 1859, mit nur 17 Jahren, wird Marie verheiratet: Ihr zukünftiger Ehemann heißt Franz II. und ist König beider Sizilien. Zu diesem Zeitpunkt wüten in Italien revolutionäre Kräfte. 1860 fällt Neapel in die Hände von Revolutionären.
Marie und Franz fliehen in die Festung Gaeta. Franz will abdanken und ins Exil, doch Marie will nicht aufgeben. Sie organisiert Vorräte und die Versorgung der Verwundeten. Sie motiviert die Truppen und am Ende steht Marie selbst mit einem Gewehr bewaffnet auf den Zinnen der Festung, um bei der Verteidigung zu helfen.
1861 ist die Kapitulation dann nicht mehr zu vermeiden. Marie und Franz dürfen trotzdem ihre Würde bewahren, auch, weil der Mut der erst 19-jährigen Marie die Revolutionäre beeindruckt. Europas Adelshäuser schwärmen von der jungen Frau. Noch Jahre später werden Gedichte über sie – die Heldin von Gaeta – verfasst. Danach lebt sie weitestgehend unabhängig, aber nicht unumstritten in verschiedenen Teilen Europas. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Marie nach München zurück, wo sie 1925 stirbt.