10. Mai 1940: An diesem Tag fallen deutsche Truppen in Belgien ein. Königin Elisabeth von Belgien kümmert sich um Lazarette an der belgischen Küste. Die belgische Königsfamilie steht unter strenger Beobachtung der Nazis. Doch Elisabeth ist Deutsche und sie weiß, wie sie mit den Besatzern umgehen muss. Sie ist strikte Gegnerin des Nationalsozialismus! Elisabeth weiß aber, dass sie ihre Abstammung und Position dazu nutzen kann, um Menschen in Not zu helfen. Sie riskiert viel - aber das hat die Königin mit bayerischen Wurzeln noch nie abgeschreckt.
Elisabeth kommt am 25. Juli 1876 in Possenhofen zur Welt. Benannt ist sie nach Kaiserin Sisi, ihrer Tante. Früh lernt sie, Verantwortung für Arme und Schwache zu übernehmen. 1897 lernt sie in Paris ihren zukünftigen Ehemann Albert kennen. Der wird 1909 belgischer König und Elisabeth Königin. Die Belgier sind begeistert: Albert gilt als liberal und Elisabeth füllt ihre Rolle als Mutter der Nation aus, in dem sie offen ist, für die Sorgen und Bedürfnisse des belgischen Volkes.
Dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Elisabeth packt selber mit an und organisiert die medizinische Versorgung. In dieser Zeit entsteht der Mythos der "königlichen Krankenschwester“. Nach dem ersten Weltkrieg absolvieren die belgischen Royals Staatsbesuche im Ausland. Auf ihren Reisen trifft sie die Genies der Zeit, wie Albert Einstein oder Marie Curie. 1923 ist sie dabei, als das Grab von Tutanchamun freigelegt wird. Es läuft gut für die belgischen Royals. Doch dann treffen sie harte Schicksalsschläge: 1934 kommt ihre große Liebe König Albert kommt ums Leben, 1935 ihre Schwiegertochter Astrid. Ihr Sohn Leopold III. ist inzwischen König und Elisabeth übernimmt für ihr Volk die Rolle der Königin und für ihre Enkel die der Mutter. Dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und Elisabeth bekämpft die Nazis auf ihre Weise: Mit Menschlichkeit.
Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 wird Elisabeth zu einer Symbolfigur. Ihre späten Jahre verbringt sie mit Reisen: Sie trifft Mao Tse-Tung in China, Papst Johannes XXIII. im Vatikan oder Chruschtschow in Moskau. Fit hält sich Elisabeth mit Yoga, Spaziergängen und Eisbaden. – Ja, die Trends von heute sind gar nicht so neu. Doch irgendwann sind auch ihre Kräfte erschöpft. Am 23. November 1965 stirbt die ehemalige Königin im Alter von 89 Jahren in Brüssel. Viele tausend Menschen nehmen Abschied von Elisabeth Gabriele in Bayern, einer außergewöhnlichen Frau, die einen eindrucksvollen Fußabdruck in der Geschichte hinterlassen hat.