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NS-Zeit (1933-1945)

Diktatur

  • Zweiter Weltkrieg: Foto von einem Soldat am Wasser dahinter ein Flugzeug im Wald

    D-Day

    6. Juni 1944. Dieser Tag ist als „D-Day“ in die Geschichte eingegangen. Mit D-Day ist ein Tag gemeint, an dem eine lange geplante, militärische Operation stattfindet, über deren Einzelheiten nur die Befehlshaber Bescheid wissen. Am 6. Juni 1944 waren das die Kommandeure der Alliierten Truppen, die eine Invasion in der Normandie vorbereitet haben, um im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland eine Westfront zu eröffnen. In einem Zwei-Fronten-Krieg befand sich Deutschland bereits durch das Eingreifen der Alliierten in Italien. Die Westalliierten auf der einen Seite, die Sowjetunion auf der anderen. Die Landung der Alliierten erfolgte an der Küste des Ärmelkanals. Das Oberkommando der Wehrmacht hatte mit einer Invasion weiter östlich gerechnet. Über 6000 Schiffe wurden zusammengezogen, rund 11.500 Flugzeuge unterstützten Flotte und Bodentruppen. Auf diesen Sturm war die deutsche Wehrmacht nicht vorbereitet. Durch die sogenannte „Operation Overlord“ gelingt es den Alliierten in Westeuropa Fuß zu fassen und Brückenköpfe für ihren weiteren Vormarsch zu errichten.Die Normandie kann als Basis ausgebaut werden und ist ab da strategisch wichtig für die Befreiung Frankreichs durch die Alliierten. 

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  • Albert Speer - Architekt des Bösen

    Gab es einen „guten Nazi“? Nein, natürlich nicht! Trotzdem hatte Albert Speer lange genau diesen Ruf. Speer war der persönliche Architekt von Adolf Hitler und ein enger Vertrauter. Trotzdem sagte Speer, er habe nichts vom Holocaust gewusst - eine glatte Lüge. Speer plante die Enteignung tausender Juden, nutzte Zwangsarbeiter für seine Bauvorhaben und ließ Konzentrationslager ausbauen. 1942 stieg Speer dann sogar zum Rüstungsminister auf. Er gehörte zum innersten Zirkel der NS-Regierung.Trotzdem leugnete er - leider erfolgreich - nach dem Krieg seine Beteiligung an den NS-Verbrechen.

    Während einige Nazifunktionäre hingerichtet werden, bekommt Speer „nur“ 20 Jahre Gefängnisstrafe. Nach seiner Haft schreibt er Bücher, verkauft heimlich NS-Raubkunst und versucht sich bis zu seinem Tod 1981 positiv darzustellen. Doch Gerechtigkeit folgt, wenn auch erst post mortem: Heute gilt er als einer der Haupttäter der NS-Verbrechen.

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  • Bilder zeigt ein Foto von Adolf Hitler

    Machtübernahme 1933

    Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Bayern wehrt sich noch gegen die Machtübernahme der Nazis. Am 9. März 1933 fällt auch der Freistaat in die Hände der Nazis. Opfer staatlichen Terrors gibt es bereits am Tag der Machtergreifung. Außerdem sorgt Heinrich Himmler schon im März 1933 für die Errichtung des KZs bei Dachau. Die ursprüngliche Hoheit der Länder schwindet mit jedem Tag. Die Nazis verfolgen das Ziel der "Gleichschaltung":

    Erst das Land mit dem Reich, dann die Gesellschaft mit dem Regime. Zensur der Presse und ideologisch geprägte Massenveranstaltungen, wie z.B. die Olympischen Spiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen und Berlin, sind Teil des perfiden Systems der Nationalsozialisten.

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    Grafik, die Karl den Großen zeigt

  • Bild zeigt das Reichsparteitaggelände Zeppelinfeld in Nürnberg

    Feiern für die Propaganda

    Gemeinsames Feiern als identitätsbildende Maßnahme? Die Nationalsozialisten instrumentalisieren wirklich alles, um ihre perfiden Pläne umzusetzen. Neben den traditionellen Feiertagen schaffen sie weitere Feste, aber nicht, weil die Führung in Partylaune ist. Sie wollen dadurch vor allem ihre Ideologie vermitteln. Anders als Weihnachten oder Ostern, sind die Feiertage deshalb nicht von einem gemütlichen Tag mit der Familie oder Freunden geprägt. Bei der NSDAP dreht sich alles um Propaganda.

    Die Inszenierung mit Uniformen, Fahnen und Aufmärsche sollen die Menschen für das Militär begeistern. Neben der Hauptstadt Berlin, sind vor allem München und Nürnberg zentrale Orte für diese Massenveranstaltungen. In München missbrauchen die Nationalsozialisten den Bürgerbräukeller in Haidhausen, in Nürnberg vor allem das Zeppelinfeld. 

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  • Bild vom Eingang des Bürgerbräu Keller

    Der Bürgerbräukeller München

    Ein Stammtisch für 1.800 Menschen? Den Platz bietet der Bürgerbräukeller im letzten Jahrhundert, im Münchner Stadtteil Haidhausen. Heute existiert die Gaststätte nicht mehr, unter anderem wegen ihrer düsteren Vergangenheit: Am 8. November 1923 findet dort eine Versammlung mit bayerischen Regierungsvertretern statt. Adolf Hitler und die NSDAP stürmen an dem Tag den Bürgerbräukeller, nehmen die Teilnehmer fest und rufen eine Revolution aus. Am nächsten Tag starten sie von dort aus den sogenannten "Hitler-Putsch". Der Bürgerkeller ist eng mit der Geschichte der Nazis verknüpft.

    1933, nach ihrer Machtübernahme, werden dort Gedenkfeiern veranstaltet, die an den Putschversuch erinnern. Der Kunstschreiner Johann Georg Elser sieht das als Chance, den Diktator los zu werden. Er verübt 1939 ein Attentat auf Hitler im Bürgerbräukeller. Wie es der Teufel haben will, misslingt der Anschlag, weil Hitler die Veranstaltung früher als geplant verlässt.

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  • Zeichnung zeigt NS-Opfer auf einem Todesmarsch

    Todesmärsche – ein letzter Akt der Grausamkeit

    1945: Obwohl sich die Niederlage der Nazis abzeichnet, führt die SS mit ihren grausamen Schergen noch tausende Menschen in den sicheren Tod. Um eine Befreiung von KZ-Insassen durch die vorrückenden Alliierten zu verhindern, geht der Befehl ein, fast alle Konzertrationslager und Außenposten zu räumen. Die Gewaltmärsche und Transporte gehen als "Todesmärsche" in die menschenverachtende Geschichte des Dritten Reiches ein. Der Zustand der Gefangenen ist ohnehin schon kritisch. Der Abtransport erfolgt ohne große Ausrüstung oder Versorgung. Rund 250.000 Menschen verlieren im Zuge dieser grausamen Aktion ihr Leben. Sie werden entweder ermordet oder erliegen Krankheiten und den Strapazen.

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Weimarer Republik (1918-1933)

Die Geburt der Republik

Keiner hat mehr Bock auf Krieg! Im Herbst 1918 sind die Menschen im Deutschen Reich wütend. Eine Welle von Aufständen und revolutionären Aktionen rollt los.

  • Zeichnung von Eisner, Luxemburg und Liebknecht

    Dann eben mit Mord

    Politische motivierte Morde kommen in der Weimarer Republik gehäuft vor. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden am 15. Januar 1919 von Freikorpssoldaten in Berlin ermordet. Auch der erste bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner verliert sein Leben durch ein Attentat am 21. Februar 1919. Die Liste der gewaltsam aus dem Leben katapultierten politischen Akteure zwischen 1919-1923 ist lang. Unterschiedliche, politische Strömungen witterten in dieser Zeit ihre Chance an die Macht zu kommen. Es gab Aufstände und Putschversuche aus unterschiedlichen Richtungen und auch gewaltsame Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat errechnet, dass insgesamt 376 Menschen von Links und Rechts ermordet wurden, wobei die Linken deutlich weniger Morde verübt haben.

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  • Fotografie der Münchner Theresienwiese und Bavaria aus dem Jahr 1918

    Der Herrscher muss weg!

    Zu der Zeit bilden sich in fast allen deutschen Großstädten Arbeiter- und Soldatenräte. Sie fordern u.a. das Ende des Ersten Weltkrieges. Dem stehen Monarchie und Eliten im Weg: Reformen sind nicht ganz ihre Lieblingsthemen. Sinnlose Manöver in der Endphase des Krieges sorgen dann für den Kieler Matrosenaufstand der zum Auslöser der Novemberrevolution wird. Bayern eröffnet den Revolutionsreigen: In München startet die Umwälzung schon am 7. November 1918. König Ludwig III. ist schnell abgesetzt. Auch wenn in Bayern die "Revolution" unblutig verläuft und Ministerpräsident Kurt Eisner und sein Kabinett den Freistaat Bayern am 8. November proklamieren, sind Krisenzeiten leider immer ein Nährboden für radikales Gedankengut. Der extremen Linken schwebt schon eine reine Räteherrschaft vor, während die militante Rechte vom autoritären Nationalstaat träumt.

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    • Fotos von Karl Liebknecht und Philipp Scheidemann

      Plötzlich Republik

      Nicht nur in Bayern, sondern auch im Rest der Republik ist die Bevölkerung zermürbt von Krieg, Kapitulation und Versorgungsengpässen. Schließlich gibt es kein Halten mehr: Die Monarchie wird gestürzt, eine Republik geschaffen. Reichskanzler Max von Baden erklärt eigenmächtig den Thronverzicht Kaiser Wilhelms II., der ins Exil gehen muss. Am 9. November wird die Republik gleich zwei Mal proklamiert: Zuerst ruft Philipp Scheidemann von einem Fenster des Reichstags die Deutsche Republik aus – er meint eine parlamentarische Demokratie. Das lässt sich Karl Liebknecht nicht bieten: Im Gegenzug ruft er wenig später die "Freie Sozialistische Republik Deutschlands" aus. Liebknecht will eine sozialistische Räterepublik schaffen, hat aber nur wenige Anhänger. Er kann sich nicht durchsetzen, Scheidemann dagegen schon. Deutschland bekommt seine erste Demokratie, die spätere „Weimarer Republik“. 

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      • Bilder von Zeitungsartikel, Akteuren und Karrikatur zum Frieden von Versailles

        Versailler Friedensvertrag

        Am 18. Januar 1919 treffen sich die Siegermächte des WK I (Großbritannien, Frankreich und USA) im Schloss Versailles, um über die Zukunft Deutschlands zu verhandeln. Die Verhandlungen dauern bis zum 28. Juni. Am Ende bedeutet der Versailler Vertrag für Deutschland hohe Reparationen, Gebietsverluste, Reduzierung des Militärs und die Anerkennung der alleinigen Kriegsschuld. Änderungswünsche von Deutschland werden nicht akzeptiert. Unterschrieben wird er am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Versailles. Viele Deutsche sind empört und schimpfen über einen "Diktatfrieden". Nicht wenige fühlen sich von der deutschen Regierung verraten. Vor allem die extremistischen Bewegungen profitieren von dieser Stimmung.

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      • Bilder von Zeitungsartikel, Akteuren und Karrikatur zum Frieden von Versailles

        Die „Goldenen Zwanziger“

        Jung, schnell und modern - Die „goldenen Zwanziger“ bezeichnen die Blütezeit der Weimarer Republik. Das Kaiserreich mit seiner strengen Autorität ist Geschichte. Nach dem 1. Weltkrieg und dem Krisenjahr 1923 wollen die Menschen in Deutschland in eine neue Zeit starten. Alle Bereiche der Kultur bekommen einen neuen und modernen Anstrich - egal ob Theater, Radio, Architektur oder Musik. Erich Kästner, Thomas Mann oder Max Beckmann sind nur drei der vielen Kinder dieser Zeit. Zentraler Ort der neuen Kulturszene sind die Städte, es kommt regelrecht zur Landflucht. So wird die Wirtschaft angekurbelt und neue Jobs werden geschaffen. Auch die Rolle der Frau wird durch den Aufstieg des Feminismus immer moderner. Zentrum der „goldenen Zwanziger“ ist Berlin. In München bildet sich hingegen ein Gegenpol zur progressiven Hauptstadt. Die Münchner Kulturszene erlebt zwar einige Fortschritte in der Filmindustrie, wird sogar zur "Filmstadt München“, steht der Modernisierung aber ansonsten kritisch gegenüber. Aber nicht überall in der Republik kommt diese „Blütezeit“ an. In den ländlichen Gebieten ticken die Uhren noch anders. Die Feldarbeit wird immer noch mit Hand und Tier betrieben, denn Traktoren oder Mähdrescher gab es noch nicht, und Lohn gibt es dafür auch nur sehr wenig.

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        Goldene Zwanziger Jahre

        Thomas Mann

        Max Beckmann

        Podcast Erich Kästner

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      Das Krisenjahr 1923

      Die Weimarer Republik steckt 1923 in einer großen Krise. Drei Ereignisse gefährden Demokratie und Frieden: Ruhrbesetzung - Hyperinflation - Hitler-Putsch

      • Foto vom Beginn des 20. Jahrhunderts, dass eine aufgebrachte Menschenmenge zeigt.

        Ruhrbesetzung

        Die Reparationen sind für Deutschland eine schwere Last: nach dem 1. Weltkrieg ist die Wirtschaft am Boden. Im Jahr 1922 kann die Weimarer Republik den Forderungen nicht nachkommen. Deshalb besetzt Frankreich, gemeinsam mit Belgien, am 11. Januar 1923 das Ruhrgebiet. Schon 1921 hatten die beiden Siegermächte Duisburg und Düsseldorf in der eigentlich entmilitarisierten Zone besetzt. Jetzt haben die Deutschen Angst, dass die Franzosen die ganze Region einnehmen wollen. Nicht ganz unbegründet: Das Londoner Ultimatum von 1921 sieht einen strikten Zahlungsplan vor. Wenn Deutschland nicht liefert, so die Drohung, ist die Besetzung des Ruhrgebietes so gut wie sicher. Deswegen versucht es Deutschland mit "passivem Widerstand". Die Arbeiter streiken und sabotieren Fabriken und Bahnlinien. All das hat dramatische wirtschaftliche Folgen und es kommt in Deutschland zur Hyperinflation.

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        • Grafik mit einem Geldschein über Zehn Milliarden Mark

          Hyperinflation und Folgen

          Einkaufen gehen und mit einem 1-Milliarde-Markschein bezahlen? 1923 ist das kein Scherz sondern Alltag. Die Ruhrbesetzung löst eine Wirtschaftskrise mit Hyperinflation aus. Da zu viel Papiergeld im Umlauf ist, schwindet das Vertrauen in die Währung. Die Menschen versuchen die Mark so schnell als möglich in Sachwerte zu investieren. Die Folge: Innerhalb weniger Stunden verliert das Geld drastisch an Wert. Vor allem die unteren Einkommensschichten leiden darunter. Um die Hyperinflation abzuwenden, wird im November 1923 die Rentenmark als neue Währung eingesetzt. Ab 1924 heißt sie dann Reichsmark. Den Alliierten wird langsam klar, dass nur ein wirtschaftlich stabiles Deutschland Reparationen zahlen kann. Durch einen Kurswechsel, kann sich die Wirtschaft in der Weimarer Republik langsam erholen. Weil so viel Geld im Umlauf war, sind auch viele Geldscheine erhalten geblieben. Ein paar gehen fast schon als kleine Kunstwerke durch.

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          • Bild von einem Flugblatt im Rahmen des HItler-Putsches von 1923

            Hitler-Putsch

            Die Krisenzeit ist der ideale Nährboden für eine Radikalisierung der Gesellschaft. Am 9. November 1923 will eine rechtsextreme Gruppe in München die Macht an sich reißen. Ihr Anführer: Adolf Hitler. In seinen Reihen auch General Erich Ludendorff. Er war ein hohes Tier im Ersten Weltkrieg und gilt als einer der Väter der Dolchstoßlegende. Wie Hitler und die NSDAP ist er ganz weit rechts außen. Bereits am 8. November treffen sich die Verschwörer im Bürgerbräukeller, um am nächsten Tag in Aktion zu treten. Vor der Feldherrenhalle am Odeonsplatz kommt es zu einem Schusswechsel mit der Polizei. Die kann den sogenannten Hitlerputsch niederschlagen. Dabei sterben 15 Nationalsozialisten, vier Polizisten und ein unbeteiligter Kellner. 1924 findet der Hitler-Ludendorff-Prozess statt. Wegen seiner Verdienste im WK I kommt Ludendorff ohne große Strafe davon. Auch Hitlers Strafe ist ein Witz: Im April 1924 verurteilt, kommt er bereits im Dezember 1924 wieder frei. Als gebürtiger Österreicher hätte er eigentlich ausgewiesen werden müssen. Während seiner Haft entsteht der erste Teil von "Mein Kampf“.

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            Biedermeier. Vormärz

            • Zeichnung von Klemens von Metternich

              "System Metternich" und Restauration

              Metternich - na? Prickelts da bei Dir? Das bekannte Getränk - Vorsicht! Alkohol ab 16 Jahren ;) - ist benannt nach dem österreichischen Außenminister Klemens von Metternich. Der wittert 1815 beim Wiener Kongress die Chance, die 'alten' Verhältnisse, also die vor der französischen Revolution wiederherzustellen. Diesen Ansatz nennt man 'Restauration'. Metternich findet Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Verfassungen und nicht-adlige Menschen in Führungspositionen eher unerfreulich. Er ist überzeugt vom monarchischen Prinzip und ein richtig guter Stratege: Er ist entscheidend an der Schaffung eines stabilen, friedenssichernden Gleichgewichts der fünf Großmächte Frankreich, Großbritannien, Österreich, Preußen und Russland beteiligt. Das Volk findet die Beschlüsse skandalös. Die Restauration kommt also nicht ohne konfliktreiche Folgen daher …

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            • Zeichnungen von Kotzebue und Sand

              Karlsbader Beschlüsse 1819

              Ein Schriftsteller und ein Theologiestudent als Auslöser für deutschlandweite Einschränkungen? Das ist die Geschichte von der Ermordung des August von Kotzebue. Der Autor und russische Botschafter wird am 23. März 1819 vom Jenaer Studenten und Burschenschafter Karl Ludwig Sand in Mannheim erstochen. Der Grund: Kotzebue veröffentlicht Artikel gegen die liberalen Gedanken des Bürgertums. Dieser Mord löst bei der adeligen Elite eine Welle der Angst vor der Revolution aus. Die Folgen: Einschränkung der Pressefreiheit, Überwachung der Universitäten und Professoren, die Schließung von Turnplätzen und das Verbot liberaler Burschenschaften. Das sind die sogenannten Karlsbader Beschlüsse, ein Papier mit Zensurmaßnahmen. Trotz heftiger Proteste und Ausschreitungen bleiben sie bis zur Deutschen Revolution 1848 bestehen. 

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              • Zeichnungen von Karl X. und Menschen auf Barrikaden

                Die französische Julirevolution

                Absolutismus im 19. Jahrhundert? Nicht mit dem französischen Bürgertum! Der Bourbonen-König Karl X. treibt die Restauration im Eiltempo voran. Mit gleich vier Verordnungen löst er am 26. Juli 1830 die Abgeordnetenkammer auf, erhöht den Wahlzensus und schränkt die Pressefreiheit ein. Ein Tiefschlag für das liberale Bürgertum. Es kommt zum Aufstand. Vom 27. Juli bis 29. Juli herrscht in Frankreich eine Art Bürgerkrieg. Immer mehr Menschen schließen sich den Aufständischen an. Karl X. bekommt sogar Ärger mit seiner Truppe: Einige Militärs schließen sich den Aufständischen an oder desertieren. Der König verliert und muss abdanken. Das Parlament ernennt im Anschluss den Herzog von Orléans, Louis Philippe, zum König. Er wird auch vom liberalen Bürgertum unterstützt.

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                  • Zeichnung  von Menschen auf Barrikaden

                    Der Vormärz ...

                    ... steht für die politischen Strömungen des Liberalismus, Nationalismus und Sozialismus in Europa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Menschen haben es satt, sich von oben herumkommandieren zu lassen. Sie wollen endlich Grundrechte, wie sie z.B. schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung gefordert wurden. Für uns heute selbstverständlich, damals noch etwas, wofür man kämpfen musste. Der Plan: Mehr politische Teilhabe und eine demokratische Ordnung schaffen. Ein langer Konflikt entsteht. Der Vormärz beginnt mit der Julirevolution 1830 in Frankreich und endet mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848. Die Unruhen sind direkte Folgen des Wiener Kongresses von 1815, als die Hoffnungen auf einen deutschen Nationalstaat enttäuscht wurden und stattdessen ein lockerer Staatenbund geschaffen wurde, der sogenannte Deutsche Bund.

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                    • Zeichnung  vom Hambacher Schloss

                      Hambacher Fest 1832

                      Mega-Event würde man heute das Hambacher Fest nennen. Lange gilt es als größte, politische Veranstaltung der deutschen Geschichte. Etwa 30.000 Studenten, Professoren, Handwerker und Bürger versammeln sich vom 27. bis 30. Mai 1832 zu einem Fest der Freiheit. Der Ort: Das Hambacher Schloss in der Pfalz, damals noch ein Teil Bayerns. Die Teilnehmer fordern die Beseitigung der Fürstenherrschaft und das Recht auf freie Meinungsäußerung und einen deutschen Nationalstaat. Nicht nur Deutsche sind am Start, sondern auch Engländer, Franzosen und vor allem Polen. So wird das Hambacher Fest zu einem europäischen Friedensfest. Die Fürsten reagierten verärgert. Die bayerische Armee schickt 8.500 Mann zum Hambacher Schloss, um die Versammlung aufzulösen. Auch wenn der Deutsche Bund politische Vereine verboten hat, zeigt das Hambacher Fest: Das liberale Bürgertum wehrt sich gegen die veraltete Fürstenherrschaft. 

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                    Französische Revolution

                    • Zeichnung von Ludwig XVI.

                      Phase I (1789-1791)

                      Die Französische Revolution beginnt nicht erst 1789, sondern schon Jahre früher. Die absolutistischen Herrscher Frankreichs ignorieren völlig, dass ihr Luxusleben Staat und Bevölkerung ruiniert. Als Ludwig XVI. 1774 den Thron besteigt, ist Frankreich tief in den roten Zahlen. 1775 kommt es mit dem Mehlkrieg zu den ersten Aufständen in und um Paris. Während der Adel seine Perücken verschwenderisch mit Mehl pudert, können sich die Menschen Mehl und Brot nicht mehr leisten. Das Volk hofft auf Reformen, allerdings ist Ludwig nicht der Typ, der so etwas zustande bringt. Kriege kosten Frankreich immer mehr Geld und so muss Ludwig XVI. 1786 versuchen, einen Staatsbankrott abzuwenden. Im Mai 1789 werden die Generalstände einberufen. Die Abgeordneten des Dritten Standes erklären sich am 17. Juni 1789 zur Nationalversammlung. Sie versprechen im sogenannten "Ballhausschwur", Versailles nicht zu verlassen, ehe Frankreich eine Verfassung hat. 

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                    • Zeichnungen von Danton und Robespierre und einer Guillotine

                      Phase II (1792-1794

                      Eskalation in 3-2-1...

                      • Menschenrechte ✓
                      • Umzug Nationalversammlung nach Paris ✓ 
                      • Aufhebung feudaler Lasten ✓
                      • Verfassung der konstitutionellen Monarchie ✓
                      • Eid des Königs abgeholt ✓

                      ...dann läuft alles aus dem Ruder. Mit Beginn der Koalitionskriege (1792-1793) radikalisiert sich die Revolution. Dafür gibt es mehrere Gründe: Österreich und Preußen sagen Ludwig ihre Unterstützung zu, für die Franzosen eine Kriegserklärung. Auf Kriegsbegeisterung folgen Angst und Unruhe. Die sogenannten Jakobiner reißen die Macht an sich. Anführer Maximilien de Robespierre errichtet eine Schreckensherrschaft. Im sogenannten Septembermassaker 1792 werden zahllose Revolutionsgegner hingerichtet, oft ohne irgendein Verfahren. Justizminister Georges Danton kümmert das nur wenig. Auch die Hinrichtung von Ludwig XVI. wird beschlossen. Am 21. Januar 1793 verliert der König seinen Kopf unter der Guillotine. 

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                    • Zeichnung der Bastille

                      Sturm auf die Bastille

                      Wenn Frankreich am 14. Juli (Nationalfeiertag) die Korken knallen lässt, liegt das an einem historischen Ereignis. 1789 stürmen an dem Tag wütende Bürger die Bastille. Das Gefängnis ist für die Menschen das Symbol der Unterdrückung und des Ancien Régime. Kurz gesagt: Das Volk hat die Schnauze voll von den absolutistischen Herrschern. Der Sturm auf die Bastille leitet die Französische Revolution ein. So mancher adelige Kopf wird im Lauf der Revolution von seinem Besitzer getrennt. Und auch so mancher Revolutionär verliert im Verlauf der Revolution seinen Kopf, manchmal wortwörtlich und manchmal im übertragenen Sinn.

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                    • Zeichnung  vom jungen Napoleon Bonaparte

                      Phase III (1795-1799)

                      Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von Korsika ein Kaiser her. Nach dem ‚roten Terror‘ der Jakobiner folgt ein ‚weißer‘. Kurz: Jakobiner werden gejagt und – ab unter die Guillotine. Irgendwann kehrt aber wieder Ruhe ein und die Presse erhält das Recht auf freie Meinungsäußerung. Schon legen die Zeitungen los und geben Robespierre die Alleinschuld an der Schreckensherrschaft. Die Glaubensfreiheit kehrt nach Frankreich zurück. Der Nationalkonvent versucht, eine gewisse Stabilität herzustellen. Doch es kommt zur Inflation, gefolgt von Lebensmittelknappheit und Hungersnot. Das Bildungsbürgertum schlägt Kapital aus der Krise und steigt zu Neureichen auf. Genug Potenzial für den Prairialaufstand im Mai 1795 in Paris. Der endet mit dem Eingreifen von regierungstreuen Soldaten. Wieder rollen Köpfe, doch auch im Nationalkonvent kommt etwas ins Rollen: Nach Volksabstimmung und Einsatz eines Direktoriums tritt eine neue Verfassung in Kraft, die Direktoriumsverfassung. Das Besitzbürgertum übernimmt die Macht – aber nicht lange. 1799 stürzt Napoleon Bonaparte das Direktorium mit einem Staatsstreich und übernimmt selbst die Macht.

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                    • Zeichnung  einer Guillotine dazu Köpfe mit Namen

                      "Die Revolution frisst ihre Kinder"

                      Der Ausspruch stammt aus Georg Büchners Drama 'Dantons Tod'. Denn: Eines haben die Revolutionäre, egal welcher Strömung, wohl nicht auf dem Schirm: nämlich, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Karma is a bitch. Eben noch Teil der Nationalversammlung, dann auch schon bäuchlings unter der Guillotine. Das Kopf-ab-Gerät ist übrigens keine exklusive Erfindung der Franzosen, schon gar nicht die des Arztes Guillotine, nach dem sie benannt ist. Ähnliche Instrumente gab es schon lange vorher, aber während der Französischen Revolution wurde das Mordwerkzeug perfektioniert. Kein Wunder, schließlich kam es in erschreckend hoher Schlagzahl zum Einsatz. Der blutrünstige Robespierre und seine Jakobiner landen schließlich selbst unter der Guillotine.

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                    • Zeichnung  einer Guillotine dazu Köpfe mit Namen

                      Luckner und die Marseillaise

                      1722 kommt im oberpfälzischen Cham ein Junge zur Welt: Johann Nikolaus Luckner.Nach der Schule tritt er in die Armee ein. Im Österreichischen Erbfolgekrieg beginnt sein Aufstieg beim Militär. Er ist so erfolgreich, dass viele Nationen ihn haben wollen. Die Franzosen machen das Rennen. Den Adelstand hat der Bürgerjunge auch erworben. Nach der Revolution arbeitet er im Dienst der franzöischen Nationalversammlung. 1791 wird er Marschall von Frankreich, und Rouget de Lisle komponiert ihm zu Ehren die Marseillaise – also die heutige Nationalhymne. All das bewahrt Luckneraber nicht vor einem unrühmlichen Ende.

                      Seine Geschichte im Podcast

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                    • Zeichnung  einer Guillotine dazu Köpfe mit Namen

                      Mit Recht – und zwar Menschenrecht!

                      Am 26. August 1789 erklärt die französische Nationalversammlung die Menschen- und Bürgerrechte. Insgesamt 17 Artikel halten die Rechte als unveräußerlich für jeden Franzosen und Bürger Frankreichs fest. Geprägt ist die Erklärung von den Gedanken der französischen Aufklärung. Die Staatstheoretiker Montesquieu und Rousseau kann man sich an der Stelle mal merken. Auch Einflüsse aus den USA (Bill of Rights) sind mit dabei. Die bringt der französische Politiker und General Marquis de La Fayette mit nach Frankreich. Er hatte davor in den USA mit den Kolonisten für deren Unabhängigkeit gekämpft. Außerdem importiert La Fayette demokratische und liberale Ideen. Er kann den König sogar überzeugen, das Edikt von Versailles zu erlassen, dass nicht-katholischen Konfessionsgruppen zumindest gewisse bürgerliche Rechte gewährt. Unter all diesen Einflüssen entsteht mit der Menschenrechtserklärung ein Dokument, das seit 2003 sogar zum Weltdokumentenerbe gehört.

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                    Weiterlesen … Französische Revolution

                    18. Jahrhundert


                    • Bilder von Kant, Galileo, Lessing, Voltaire

                      Enlightenment

                      Mit dem Jahr 1700 beginnt das Zeitalter der Aufklärung. Wer zu der Zeit noch glaubt, alles sei Gott gegeben, der hat den Schuss nicht gehört. Die Aufklärung will vor allem eines: durch rationales Denken und Handeln Strukturen überwinden, die dem Fortschritt im Weg stehen. Das heliozentrische Weltbild kommt langsam bei den Menschen an, auch wenn einige der Idee einer sich um die Erde drehenden Sonne noch eine ganze Weile nachtrauern. Die Naturwissenschaften bekommen ihre Stammwürze dank der Beigabe von Empirie und einer Portion "Wissen ist Macht". Fortschritte in Chemie und Medizin sind das Destillat aus alchemistischen Versuchen. Statt nach einem Elixier der Unsterblichkeit zu suchen, soll die Alchemie der Medizin helfen, Arzneien herzustellen. Als der Erkenntnis-Cocktail so langsam sein Aroma entfaltet, schwappt der Inhalt auch auf eine geistige und soziale Ebene über.

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                    • Zeichnungen von Kant und Lessing

                      Sapere aude!

                      Oder für Nicht-Lateiner: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Diese Erkenntnis stammt von Immanuel Kant (1724-1804), dem wichtigsten Denker der Aufklärung. Seine Forderung: Glaub nicht einfach alles, was du hörst, sondern benutz' dein eigenes Hirn. Erziehung und damit die Fähigkeit den eigenen Verstand auszubilden, ist für ihn die Basis einer funktionierenden Gesellschaft. Seine Erkenntnisse hält Kant in seinem Werk "Kritik der reinen Vernunft" (1781) fest. Einen Bruder im Geiste, in Sachen Aufklärung, hat Kant in Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781). Er bringt frischen Wind in die deutsche Literatur und gilt als erster moderner deutscher Schriftsteller. 

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                      • Zeichnungen von Goethe und Schiller

                        Goethe und Schiller

                        Im 18. Jahrhundert ist auch die Hochzeit der deutschen Klassik und Romantik. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat der Zeit so seinen Stempel aufgedrückt, dass wir heute auch von der Goethe-Zeit sprechen. Kein Wunder: Was Goethe geschrieben hat, ist Weltliteratur. Nicht weniger interessant ist sein Zeitgenosse Friedrich Schiller. 

                        Er ist Dichter, Philosoph, Historiker und Arzt und prägt zusammen mit Goethe die Weimarer Klassik. Die beiden mochten sich übrigens nicht auf Anhieb, wurden aber später doch sehr produktive Freunde.

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